Besucher, die zum ersten Mal in die Dolomiten kommen, sind oft völlig überwältigt von der schieren Größe der Region. Es gibt Dutzende von Tälern, Hunderte von Aufstiegsanlagen und zahllose ikonische Aussichtspunkte, die über die Karte verstreut sind. Der Versuch, “alles in ein paar Tagen zu sehen”, führt meistens dazu, dass man mehr Zeit im Auto als am Berg verbringt.
Wenn Sie für einen kurzen Sommertrip im Grödnertal logieren, brauchen Sie einen gezielten Plan. Diese 3-Tage-Reiseroute nimmt Ihnen das Rätselraten ab und stellt sicher, dass Sie die ultimativen Wahrzeichen der Region in einem entspannten und gut machbaren Tempo erleben.
Der komplette Lift-Guide für das GrödnertalTag 1: Die Wahrzeichen (St. Ulrich & Seceda)
Ihr erster Tag sollte dem berühmtesten geologischen Merkmal des Tals gewidmet sein: den zackigen, nadelartigen Gipfeln der Geislergruppe auf der Seceda.
Vormittag: Beginnen Sie Ihren Tag im lebhaften Ortszentrum von St. Ulrich. Holen Sie sich einen Kaffee in einem örtlichen Café und machen Sie sich auf den Weg zur Seceda-Seilbahnstation (erreichbar über ein bequemes Tunnel- und Rolltreppensystem von der Fußgängerzone aus).
Seceda Seilbahn
€€St. Ulrich
Fahren Sie mit der zweistufigen Anlage auf den 2.500 Meter hohen Gipfel. Sobald Sie die Bergstation verlassen, ist der berühmte Aussichtspunkt nur einen kurzen, 10-minütigen Spaziergang entfernt. Verbringen Sie den Vormittag damit, den Kammboden entlang zu wandern und die Panoramablicke zu genießen.
Mittagessen: Sie müssen zum Essen nicht ins Tal abfahren. Reservieren Sie einen Tisch auf der sonnigen Terrasse der nahegelegenen Sofie Hütte, die allgemein als eines der besten hochalpinen Restaurants der Region gilt und über einen unglaublichen Weinkeller verfügt.
Nachmittag: Fahren Sie mit der Seilbahn wieder hinunter nach St. Ulrich. Verbringen Sie den späten Nachmittag mit einem Spaziergang durch die bezaubernde Fußgängerzone, stöbern Sie in den berühmten örtlichen Holzschnitzereigeschäften und genießen Sie einen traditionellen Tiroler Aperitivo (wir empfehlen einen klassischen Hugo Spritz), während die tiefstehende Sonne die Berge in ein orangefarbenes Licht taucht.
Tag 2: Das Hochplateau (Seiser Alm)
Nach den dramatischen senkrechten Klippen der Seceda wechselt Tag 2 zu einer völlig anderen Landschaft: der größten Hochalm Europas, der Seiser Alm.
Vormittag: Überqueren Sie den Fluss in St. Ulrich zur Mont Sëuc-Gondelstation. Diese Bahn bringt Sie direkt an den Rand des weitläufigen Plateaus.
Seiser Alm Bahn (Mont Sëuc)
€€St. Ulrich
Der Zauber der Seiser Alm liegt in ihrer sanften, welligen Topografie. Im Gegensatz zu den felsigen Pfaden anderer Berge erwarten Sie hier kilometerlange asphaltierte und gut präparierte Schotterwege, die sich perfekt für gemütliches Wandern oder zum Ausleihen eines E-Bikes eignen.
Mittagessen: Das Plateau ist übersät mit traditionellen Bauernhöfen und Berghütten. Wandern (oder radeln) Sie zur Gostner Schwaige, einer winzigen, unabhängigen und unglaublich authentischen Hütte, die berühmt für ihre in einem Brotleib servierte Heusuppe ist, die ausschließlich aus Zutaten der umliegenden Almen zubereitet wird.
Nachmittag: Nehmen Sie sich Zeit, die Wiesen zu erkunden, und halten Sie gelegentlich an, um das imposante Langkofel-Massiv zu fotografieren, das die Skyline dominiert. Wenn Sie bereit sind, nehmen Sie die Mont Sëuc-Gondelbahn zurück nach St. Ulrich.
Wenn Sie die entlegensten Ecken der Seiser Alm sehen möchten, leihen Sie sich direkt an der Bergstation der Gondelbahn ein E-Bike aus. E-Bikes glätten die sanften Hügel und ermöglichen es Ihnen, das gesamte Plateau in nur wenigen Stunden abzufahren.
Tag 3: Der Roadtrip (Sellajoch & Villnösstal)
An Ihrem letzten Tag ist es Zeit, sich auf den Weg zu machen und die legendären Bergpässe und Nachbartäler zu erleben, die die Dolomiten im weiteren Sinne prägen.
Vormittag: Fahren Sie (oder nehmen Sie den öffentlichen Bus) vom Grödnertal hinauf zum Sellajoch. Die Straße ist voller enger Haarnadelkurven und bietet an jeder Ecke atemberaubende Ausblicke. Oben auf dem Pass angekommen, parken Sie das Auto und bestaunen Sie die senkrechten Felswände des Langkofels, die direkt vom Straßenrand aufragen. Es fühlt sich an, als könnte man sie berühren.
Mittagessen: Bleiben Sie zum Mittagessen oben auf dem Pass. Direkt am Straßenrand befinden sich mehrere historische Schutzhütten, die herzhaftes, traditionelles Tiroler Essen servieren, um Sie für den Rest Ihrer Fahrt zu stärken.
Nachmittag: Fahren Sie den Pass hinunter und schlagen Sie einen Bogen zum benachbarten Villnösstal. Dieses Tal ist berühmt dafür, unglaublich grün und friedlich zu sein, aber vor allem für die ikonische Kirche St. Johann (San Giovanni) in Ranui — eine winzige, malerische Kapelle, die einsam auf einer Wiese steht, mit den zackigen Geislerspitzen, die sich perfekt dahinter erheben. Es ist das ultimative Fotomotiv der Dolomiten und ein perfekter, ruhiger Abschluss Ihres 3-Tage-Abenteuers.
Die Bergpässe (wie das Sella- und das Grödnerjoch) sind im Sommer unglaublich stark befahren mit engen Serpentinen, Radfahrern und Motorrädern. Wenn Sie ein nervöser Fahrer sind, lassen Sie das Auto an Ihrem Hotel stehen und nutzen stattdessen das hervorragende, gut getaktete öffentliche Bussystem.
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