Wenn man einen Sommertrip in die Dolomiten plant, nimmt man leicht an, dass jeder spektakuläre Aussichtspunkt eine anstrengende vierstündige Bergwanderung erfordert. Zum Glück könnte das nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Dank der erstklassigen Liftinfrastruktur der Region – ursprünglich für den Wintersport gebaut – ist das Grödnertal eines der am besten zugänglichen Bergziele in Europa. Egal, ob Sie mit Kleinkindern reisen, in Ihrer Mobilität eingeschränkt sind oder einfach lieber die Landschaft mit einem Glas Wein in der Hand statt mit einem schweren Rucksack genießen möchten, Sie können die ikonischen Gipfel der Dolomiten mit fast null körperlicher Anstrengung erleben.
Die kurze Antwort
Sie müssen kein Bergsteiger sein, um das Beste vom Grödnertal zu erleben. Die dramatischsten Aussichtspunkte, darunter die berühmte Seceda-Kammlinie und die weiten Wiesen der Seiser Alm, sind über direkte Seilbahnen vom Talboden aus erreichbar. Oben angekommen finden Sie flache, gepflasterte oder mit feinem Schotter befestigte Wege sowie erstklassige alpine Restaurants, die direkt neben den Liftstationen Gourmet-Tiroler Küche servieren.
3 Tage im Grödnertal: Die perfekte Sommer-ReiserouteWenn Ihr Ziel eher das “Lift-Hopping” als das Wandern ist, sollten Sie den Kauf eines mehrtägigen Sommer-Liftpasses (wie der Gardena Card) in Betracht ziehen. Der Kauf einzelner Hin- und Rückfahrkarten an jeder Gondel kann schnell teuer werden, wenn Sie jeden Tag einen neuen Gipfel besuchen möchten.
1. Die Seceda-Kammlinie: Ikonische Ausblicke in 5 Minuten
Die zackigen, ikonischen Gipfel der Geislergruppe auf der Seceda sind wohl das meistfotografierte geografische Merkmal der Dolomiten. Es sieht aus wie ein Ort, zu dem man tagelang wandern müsste, aber die Realität ist viel einfacher.
Vom Zentrum von St. Ulrich aus bringt Sie ein zweistufiges Seilbahnsystem direkt auf den 2.500 Meter hohen Gipfel. Wenn Sie die Bergstation verlassen, ist der berühmte Aussichtspunkt über den Grat nur einen einfachen, meist flachen 5- bis 10-minütigen Spaziergang entfernt.
Seceda Seilbahn
€€St. Ulrich
Wie man es ohne Wandern erlebt:
- Nehmen Sie die Gondelbahn St. Ulrich-Furnes und steigen Sie dann in die Seilbahn Furnes-Seceda um.
- Gehen Sie den kurzen, breiten Schotterweg zum Hauptaussichtskreuz.
- Entspannen Sie im Restaurant Sofie Hütte (nur wenige Schritte von der Liftstation entfernt) bei einem erstklassigen alpinen Mittagessen mit einer umfangreichen Weinkarte.
2. Seiser Alm (Alpe di Siusi): Flache Spaziergänge und weite Wiesen
Wenn es bei der Seceda um dramatische senkrechte Klippen geht, dann geht es bei der Seiser Alm um unendliche, sanft geschwungene grüne Wiesen. Als größte Hochalm Europas verändert sie den Maßstab der Landschaft komplett.
Die Schönheit der Seiser Alm ist ihre Topografie: Das Gebiet verfügt über ein riesiges Netzwerk breiter, relativ flacher und oft asphaltierter Wege, die sich perfekt für Kinderwagen, Rollstühle oder gemütliche Spaziergänge auf großer Höhe eignen.
Die Straße zur Seiser Alm ist zwischen 9:00 und 17:00 Uhr für den privaten Verkehr streng gesperrt. Versuchen Sie nicht, tagsüber hinaufzufahren. Erreichen Sie das Plateau stattdessen über die Mont Sëuc-Gondelbahn von St. Ulrich aus.
Wie man es ohne Wandern erlebt:
- Nehmen Sie die Mont Sëuc-Gondelbahn direkt von St. Ulrich aus.
- Genießen Sie die unmittelbar zugänglichen asphaltierten Wege, die die verschiedenen Berghütten verbinden.
- Machen Sie Halt im Restaurant Mont Sëuc direkt an der Bergstation oder unternehmen Sie einen gemütlichen 10-minütigen Spaziergang zur nahe gelegenen Schgaguler Schwaige für lokalen Käse und Speck.
3. Raschötz (Resciesa): Die Standseilbahn zur ruhigen Seite
Für eine etwas ruhigere, entspanntere Atmosphäre abseits der großen Sellaronda-Massen ist das Raschötz-Plateau ein Geheimtipp für Nicht-Wanderer.
Anstelle einer schwebenden Gondel fahren Sie mit einer modernen, ebenerdigen Standseilbahn von St. Ulrich den Berg hinauf. Die Fahrt selbst ist ein Erlebnis, da Sie sanft durch die Kiefernwälder gleiten.
Standseilbahn Raschötz
€€St. Ulrich
Wie man es ohne Wandern erlebt:
- Nehmen Sie die Raschötz-Standseilbahn von St. Ulrich (die Talstation ist über eine Reihe von Rolltreppen vom Stadtzentrum aus erreichbar).
- Oben führt ein breiter, flacher Weg (Weg Nr. 35) direkt zur Raschötzhütte. Er ist von Wiesen umgeben und bietet viele Bänke, um zu sitzen und über das Tal auf den Langkofel zu blicken.
- Das Restaurant Chalet Resciesa befindet sich direkt an der Bergstation, sodass Sie aus dem Zug aussteigen und sich sofort zum Mittagessen setzen können.
4. Landschaftlich reizvolle Fahrten: Die Dolomitenpässe
Wenn Sie das Klettern lieber einem Motor überlassen, wird das Grödnertal von zwei der spektakulärsten Bergpässe der Welt flankiert: dem Sellajoch und dem Grödnerjoch.
Sie können diese kurvenreichen, dramatisch angelegten Straßen direkt von Ihrem Hotel aus befahren. Beide Pässe bieten zahlreiche Haltebuchten, wo Sie parken, sich 20 Meter entfernen und von hoch aufragenden, senkrechten Felswänden umgeben sein können.
Die Strategie für Aussichtsfahrten:
- Fahren Sie zum Grödnerjoch hinauf, um tief in das angrenzende Gadertal (Alta Badia) zu blicken.
- Parken Sie oben auf dem Sellajoch, um den Blick direkt nach oben auf das Langkofelmassiv zu richten.
- Hinweis: Diese Straßen sind im Sommer bei Rad- und Motorradfahrern sehr beliebt. Fahren Sie daher vorsichtig und am besten früh morgens oder spät nachmittags, um Verkehrsstaus in der Mittagszeit zu vermeiden.
Sightseeing-Fahrer
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Unsere Empfehlung
Für Familien mit Kinderwagen: Die Seiser Alm ist Ihre absolut beste Wahl. Die breiten, asphaltierten Wege und das sanft hügelige Gelände machen das Navigieren mit Kinderwagen im Vergleich zu den für die Region typischen felsigen Pfaden zum Kinderspiel.
Für die besten Fotografen: Verpassen Sie nicht die Seceda. Das Verhältnis von Aufwand zu Ertrag – mit der Seilbahn hochzufahren und 5 Minuten zu laufen, um eines der dramatischsten Bergprofile der Welt einzufangen – ist unschlagbar.
Für eine ruhige Flucht: Nehmen Sie die Raschötz-Standseilbahn. Es fühlt sich etwas losgelöster von dem geschäftigen Skilift-Netzwerk an und bietet ein ruhigeres, waldreiches Plateau-Erlebnis.
Lokaler Insider-Tipp: Wenn Sie zum Mittagessen mit Seilbahnen fahren, denken Sie daran, dass viele Berghütten (Rifugios) aufgrund unzuverlässiger Kartenterminal-Verbindungen in großen Höhen immer noch nur Bargeld akzeptieren. Haben Sie immer ein paar Euro dabei, wenn Sie auf den Berg fahren, auch wenn Sie sich nicht weit von der Liftstation entfernen wollen!