Das Liftnetz von Gröden umfasst 11 Hauptgondeln, Seilbahnen und Sessellifte, die drei Dörfer (Wolkenstein, St. Ulrich, St. Christina) mit 181 km Pisten im Dolomiti Superski-Gebiet verbinden. Die fünf Hauptlifte – Ciampinoi, Seceda, Dantercëpies, Col Raiser und Resciesa – erschließen vielfältiges Gelände mit direkten Verbindungen zur berühmten Sellaronda über Dantercëpies (Orange/im Uhrzeigersinn) und Ciampinoi (Grün/gegen den Uhrzeigersinn).
Die 5 Hauptgondeln & Seilbahnen
Dies sind Ihre Arbeitspferde vom Tal zum Berg – die Lifte, die Ihre Skistrategie bestimmen.
1. Ciampinoi-Gondel (Wolkenstein) – Das Sellaronda-Zentrum
Von Wolkensteins Zentrum auf 2.254 m ansteigend, ist Ciampinoi das pulsierende Herz des Skinetzes im Tal. Hier treffen sich Sellaronda-Skifahrer und machen es zu einem der belebtesten Knotenpunkte der Dolomiten.
Ciampinoi Gondelbahn
StandardWolkenstein
Sellaronda-Rolle: Ausgangspunkt für die Grüne Route (gegen den Uhrzeigersinn). Vom Gipfel Richtung Plan de Gralba fahren und den grünen Schildern über den Sellajoch folgen, um den Rundkurs zu vollenden.
Gelände: Schwarz eingestufte Pisten inklusive der legendären Saslong Weltcup-Abfahrt (839 m Höhenunterschied über 3,4 km). Die steile Ciampinoi 3 war Austragungsort von Riesenslalom-Rennen. Nichts für Anfänger.
Strategischer Wert: Direkter Zugang zur Piz Sella und zur Alta Badia-Seite. Verkehrsreichster Knotenpunkt in Gröden – mit Warteschlangen während der morgendlichen Stoßzeiten in der Hochsaison rechnen.
Ciampinoi verzeichnet während der morgendlichen Stoßzeiten den stärksten Verkehr, wenn Sellaronda-Skifahrer durchfahren. Kommen Sie früh (vor dem Morgenansturm), um die Saslong mit frischer Präparierung zu fahren und Warteschlangen zu vermeiden.
2. Seceda-Seilbahn (St. Ulrich) – Der Panoramagipfel
Erreichbar über einen unterirdischen Tunnel vom Zentrum St. Ulrichs ist Seceda das meistfotografierte Bergmassiv der Dolomiten. Mit 2.500 m ist es der höchste Gipfel, der direkt vom Talboden aus erreichbar ist.
Seceda Seilbahn
StandardSt. Ulrich
Aussicht: 360°-Panorama mit den zerklüfteten Geisler-Spitzen. Südseitig = perfektes Morgenlicht im Dezember-Januar.
Gelände: Breite, geschwungene rote Pisten inklusive La Longia (10,5 km lang, 1.283 m Höhenunterschied) – eine der längsten durchgehenden Abfahrten der Dolomiten.
Ideal für: Fortgeschrittene Skifahrer, Fotografen und alle, die gemütliches Carven über technische Herausforderungen suchen.
3. Dantercëpies-Gondel (Wolkenstein) – Der Talverbinder
Oft von Ciampinoi überschattet, ist Dantercëpies das strategische Tor zur Orangen Sellaronda-Route und verbindet Wolkenstein mit dem Grödner Joch.
Dantercepies Gondel
StandardWolkenstein
Sellaronda-Rolle: Die Orange Route (im Uhrzeigersinn) beginnt hier. Vom Gipfel am Grödner Joch nach Kolfuschg abfahren und den Rundkurs über Corvara fortsetzen.
Gelände: 13 km vorwiegend roter Pisten mit sanfteren Gefällen als Ciampinoi. Mit der historischen Cir-Piste, die 1970 Schauplatz der Weltmeisterschaften war.
Strategischer Wert: Weniger überlaufen als Ciampinoi. Spektakuläre Aussicht auf die Sellagruppe und den Langkofel. Wenn die Ciampinoi-Warteschlangen abschreckend wirken, ist dies Ihre klügere Wahl.
4. Col Raiser-Gondel (St. Christina) – Der zentrale Knotenpunkt
Von St. Christina ausgehend ist Col Raiser der strategische Mittelpunkt, der Seceda, das Saslong-Gebiet und das Monte Pana-Lernplateau verbindet.
Col Raiser Gondelbahn
StandardSt. Christina
Verbindungen: Verbindung zu Seceda über Mittelbergabfahrten oder Einstieg in die Saslong-Rennstrecke von oben.
Gelände: Mix aus blauen und roten Pisten. Ideal für Gruppen mit unterschiedlichen Könnerstufen, die sich häufig treffen möchten.
Geheimtipp: Die Abfahrt von Col Raiser nach St. Christina wird oft übersehen und bietet exzellentes Skifahren abseits des Hauptverkehrs.
5. Resciesa-Standseilbahn (St. Ulrich) – Der Familienberg
Von St. Ulrichs Rand abfahrend, klettert diese Standseilbahn zum sanften Resciesa-Plateau – Grödens ausgewiesene Anfänger- und Familienzone.
Standseilbahn Raschötz
StandardSt. Ulrich
Gelände: Ausschließlich blaue und grüne Pisten. Breite Hänge, sanfte Gefälle, minimaler Verkehr.
Ideal für: Erstskifahrer, Familien mit kleinen Kindern und alle, die Selbstvertrauen aufbauen möchten, bevor sie Seceda oder Ciampinoi angehen.
Sommerzugang: Beliebter Wanderausgangspunkt mit Bergrestaurants und Spielplatz am Gipfel.
Zusätzliche strategische Lifte
Diese Lifte erweitern Ihre Möglichkeiten und erschließen weniger befahrenes Gelände:
Alpe di Siusi-Gondel (St. Ulrich)
Tor zu Europas größter Hochalm (56 km² Plateau). Völlig getrennt vom Hauptnetz Grödens, aber im lokalen Skipass enthalten.
Seiser Alm Bahn (Mont Sëuc)
StandardSt. Ulrich
Warum dorthin: Anfängerfreundliches Gelände, atemberaubende Schlern-Aussichten und ruhigere Pisten. Perfekt für einen „Ruhetag”, der trotzdem Skifahren beinhaltet.
Die Seiser Alm liegt technisch gesehen außerhalb des Hauptnetzes von Gröden, was deutlich weniger Skifahrer bedeutet. An belebten italienischen Schulferien-Wochenenden ist sie Ihre beste Wahl für offene Pisten.
Saslong-Gondel (Wolkenstein)
Ein sekundärer Zugang zum Saslong-Rennstreckengebiet, nützlich für Rundfahrten auf den Weltcup-Pisten, ohne komplett nach Wolkenstein abzufahren.
Saslong Gondel
StandardWolkenstein
Piz Sella-Seilbahn (Wolkenstein)
Verbindet das Ciampinoi-Gipfelgebiet mit Piz Sella (2.180 m) und überbrückt Gröden zur Alta Badia-Seite für Sellaronda-Skifahrer.
Piz-Sella-Seilbahn
StandardWolkenstein
Piz Seteur-Gondel (Wolkenstein)
Eine weitere Sellaronda-Verbindung für die Rundkurse. Häufig von jenen genutzt, die die Orange Route vom Plan de Gralba aus fahren.
Piz-Seteur-Bahn
StandardWolkenstein
Monte Pana-Sessellift (St. Christina)
Erschließt das sonnige Monte Pana-Plateau – Heimat des Grödner Langlaufzentrums und Anfängerpisten.
Sesselbahn Monte Pana
StandardSt. Christina
Ideal für: Familien, Langläufer und alle, die sanftes Gelände mit Bergrestaurants suchen.
Sasso Levante-Sessellift (Wolkenstein)
Ein kleinerer Sessellift, der fortgeschrittenes Gelände am Sasso Levante-Kamm erschließt.
Sessellift Sasso Levante
StandardWolkenstein
Sellaronda-Strategie: Welche Lifte nutzen
Die Sellaronda ist das Kronjuwel des Dolomiti Superski – eine 40 km lange Schleife durch vier Täler (Gröden, Alta Badia, Arabba, Val di Fassa). So nutzen Sie die Grödner Lifte je nach gewählter Richtung:
Orange Route (im Uhrzeigersinn) – Der Klassiker
- Dantercëpies-Gondel (Wolkenstein → Grödner Joch auf 2.121 m)
- Abfahrt nach Kolfuschg, dann weiter über Corvara → Arabba → Canazei → zurück nach Gröden
- Den orangefarbenen Schildern während des gesamten Rundkurses folgen
Warum Orange wählen: Bietet abwechslungsreiche Pisten und insgesamt weniger Liftfahrten.
Grüne Route (gegen den Uhrzeigersinn) – Die Snowboarder-Wahl
- Ciampinoi-Gondel (Wolkenstein → Ciampinoi auf 2.254 m)
- Richtung Plan de Gralba fahren, dann Piz Seteur-Sessellift
- Sellajoch überqueren und weiter über Canazei → Arabba → Corvara → zurück nach Gröden
- Den grünen Schildern während des gesamten Rundkurses folgen
Warum Grün wählen: Vermeidet Schlepplifte vollständig und ist daher ideal für Snowboarder. Wird allgemein als etwas einfacher und entspannter betrachtet.
Die Sellaronda dauert typischerweise 5-6 Stunden für die meisten Skifahrer (inklusive Liftfahrten und Pausen) oder etwa 3 Stunden für erfahrene Skifahrer, die zügig unterwegs sind. Starten Sie vor 10:00 Uhr, um bequem fertig zu werden, bevor die Lifte schließen (typischerweise 16:00-16:30 Uhr). Die Orange Route über Dantercëpies ist tendenziell weniger überlaufen als die Grüne Route über Ciampinoi.
Anfängerfreundliche Lifte: Wo anfangen
Wenn dies Ihre erste Skireise nach Gröden ist, bleiben Sie die ersten 2-3 Tage bei diesen Liften:
- Resciesa-Standseilbahn – Sicherste Wahl für absolute Anfänger
- Monte Pana-Sessellift – Sonniges Plateau mit Skischulbereichen
- Alpe di Siusi-Gondel – Weitläufiges, verzeihliches Gelände
- Col Raiser-Gondel – Gute Progression, sobald Sie Grünpisten gemeistert haben
Vermeiden: Ciampinoi (zu steil, zu überlaufen) und Seceda (La Longia ist lang und ermüdend für Anfänger).
Fortgeschrittene Skifahrer: Versteckte Juwelen
Sobald Sie die Saslong und La Longia gemeistert haben, versuchen Sie diese weniger offensichtlichen Herausforderungen:
- Ciampinoi 3-Piste (Schwarz): Technisch, nachmittags oft eisig – ein echter Test der Kantenkontrolle
- Dantercëpies zum Plan de Gralba (Rot): Weniger Verkehr als Ciampinoi, steiler als es aussieht
- Sasso Levante-Kamm: Ruhiges fortgeschrittenes Gelände mit überraschendem Höhenunterschied
Liftöffnungszeiten & Saisonalität
Wintersaison 2025-2026: 4. Dezember 2025 bis 7. April 2026
Betriebszeiten: Typischerweise 08:30 – 17:00 Uhr (variiert nach Monat – spätere Öffnung/früherer Schluss im Dezember und April)
Sellaronda-Vollbetrieb: Anfang Dezember bis Anfang April (wetterabhängig)
Sommerbetrieb: Nur ausgewählte Lifte (Seceda, Col Raiser, Alpe di Siusi, Monte Pana, Dantercëpies). Prüfen Sie offizielle Fahrpläne, da die Termine variieren – die Sommersaison läuft typischerweise von Ende Juni bis Anfang Oktober.
Starke Winde können zur Schließung exponierter Seilbahnen führen (besonders Seceda und Piz Sella). Prüfen Sie den Echtzeit-Liftstatus auf valgardena.it oder in der offiziellen Val Gardena-App am Abend vor Ihrem Skitag.
FAQ: Lift-Logistik
F: Welcher Lift hat die beste Aussicht?
A: Seceda-Seilbahn, ohne Zweifel. Die 360°-Aussicht vom Gipfel umfasst die Geisler-Spitzen, den Marmolada-Gletscher und die Sellagruppe.
F: Welcher Lift für die Sellaronda?
A: Ciampinoi-Gondel für die Grüne Route (gegen den Uhrzeigersinn) oder Dantercëpies-Gondel für die Orange Route (im Uhrzeigersinn).
F: Welcher Lift ist am besten für Anfänger?
A: Resciesa-Standseilbahn von St. Ulrich. Sanftes Gelände, minimaler Verkehr und ausgewiesene Skischulbereiche.
F: Kann ich die komplette Sellaronda von St. Ulrich aus fahren?
A: Nicht direkt – Sie müssen zuerst mit dem Skibus nach Wolkenstein fahren, um Zugang zu Ciampinoi oder Dantercëpies zu erhalten. St. Ulrichs Hauptlifte (Seceda, Resciesa) sind nicht mit dem Sellaronda-Rundkurs verbunden.
F: Fahren alle Lifte im Sommer?
A: Nein. Nur ausgewählte Lifte verkehren im Sommer zum Wandern und Biken (Seceda, Col Raiser, Alpe di Siusi, Monte Pana). Prüfen Sie offizielle Fahrpläne, da die Sommerdaten variieren.
Abschließende Empfehlungen
Für Ihren ersten Tag:
Beginnen Sie mit der Seceda-Seilbahn für malerische, breite Carving-Pisten. Sparen Sie Ciampinoi für Tag 2, sobald Ihre Beine aufgewärmt sind.
Für die Sellaronda:
Orange Route über Dantercëpies = weniger Menschenmassen. Grüne Route über Ciampinoi = direkter, aber belebter.
Für Familien:
Resciesa und Monte Pana bieten die sichersten, sonnigsten Lernumgebungen.
Für Powder-Jäger:
Überspringen Sie die Hauptlifte komplett – fahren Sie vor 09:00 Uhr zur Seiser Alm für unberührten Schnee.